Richtig den Schreibtisch aufräumen – Tipps für Schulkinder

Richtig den Schreibtisch aufräumen – Tipps für SchulkinderDer erste Schultag. Viele Kinder sehnen diesen Tag sehnsüchtig herbei. Doch bei einigen ABC-Schützen hält der Zauber nicht lange an. Und wenn Mami nicht regelmäßig den Schreibtisch inspiziert, wird aus ihm binnen kürzester Zeit nur eine weitere Ablagefläche für Barbiepuppen, Playmobil-Figuren, Autos oder Naschtüten, die es von Omi gab. Damit dem frisch gebackenen Schulkind nicht die Lust am Lernen vergeht, ist ein gut aufgeräumter Schreibtisch wichtig. Ordnung und Struktur statt Chaos – hilf deinem Kind, um aus dem Schreibtisch einen Platz zu machen, an dem es gern lernt. Hier lest ihr, wie ihr eurem Kind Ordnung am Schreibtisch beibringt.

Warum ist Ordnung auf dem Schreibtisch so wichtig?

Buntstifte, Kaugummipapier, Murmeln, Comicheftchen – bereits wenige Tage nach der Einschulung ist der neue Schreibtisch häufig Ablageplatz für alles, was „mal eben“ und „schnell“ weg musste. Damit dein Kind in Sachen Ordnung nicht den Schlendrian einkehren lässt, braucht es deine Unterstützung. Drohungen wie „wenn du nicht aufräumst, darfst du eine Woche lang kein Nintendo spielen“ sind an dieser Stelle jedoch nicht gemeint, sondern richtige Hilfestellungen. Ordnung will schließlich gelernt werden. Richtiges Aufräumen lernt dein Kind nicht innerhalb weniger Stunden. Nimm dir daher ein paar Tage Zeit, um deinem Schulkind immer wieder beim Chaosbeseitigen zu helfen. Deine Initiative wird sich lohnen, denn nur wenn der Schreibtisch picobello und frei von ablenkenden Spielzeugen ist, wird sich dein Kind allmählich an seinen Schreibtisch, das Erledigen von Hausaufgaben und Üben für Klassenarbeiten gewöhnen. Damit leistest du einen wesentlichen Beitrag, um deinem Kind einen erfolgreichen Schulstart zu ermöglichen.

Schritt für Schritt zum ordentlichen Schreibtisch – fünf praktische Tipps

Räum täglich mit deinem Kind auf.

Nach den Hausaufgaben kommt das Aufräumen. Hilf deinem Kind solange, bis es das System hinter der Ordnung verstanden hat und allein dafür sorgen kann. Nachdem der Schreibtisch fertig ist, solltet ihr anschließend gemeinsam den Schulranzen für den kommenden Tag packen. Gerade Erstklässler brauchen hierbei noch Unterstützung. Tipp: Solltest du berufstätig sein, könnt ihr das Aufräumen und Schulranzen packen vor dem Zubettgehen machen. Achte darauf, Stress zu vermeiden.

Platz für Buntstifte, Radiergummi, Füller, Lineal und Co.

Dein Kind braucht Plätze für seine Schulutensilien. Es gibt Stiftebehälter, in denen die Materialien stets griffbereit sind – und in die sie nach Gebrauch zurückkehren können. Wichtig ist, dass dein Kind seine Arbeitsmittel nicht liegen lässt. Eine eigene Federtasche für den heimischen Schreibtisch ist auch eine Möglichkeit, um Dinge zu verstauen.

Bücher, Schulhefte und Spielzeug gehören nicht auf den Schreibtisch!

Dass Spielzeug nicht auf dem Schreibtisch liegen soll, haben wir ja bereits erwähnt. Doch selbst Bücher und Schulhefte lenken unnötig vom Lernen und Hausaufgaben machen ab. Tipp: Stellt ein Bücherregal mit Ordnern und Ablagemöglichkeiten in Schreibtischnähe auf. Dort können die Bücher und all die Hefte, die in dem Moment nicht benötigt werden, jederzeit hineingelegt und abgeheftet werden. Alternativ kann der Schreibtisch so konzipiert sein, dass er einen oder zwei Rollcontainer enthält, in dem jedes Schulfach eine eigene Schublade hat.

Jedes Schulfach bekommt seine eigene Farbe.

Lehrer arbeiten gern mit Farben. Achtet darauf, dass ihr die Schulmappen- und hefte in den Farben ausstattet, die der Lehrer vorgibt. Das Farbprinzip ist ebenfalls eine simple Möglichkeit, um Ordnung zu halten.

Gemeinsames Saubermachen.

Nutzt den Freitagnachmittag, um miteinander den Schulranzen auszumisten und den Schreibtisch wochenendfein zu machen. Dabei könnt ihr dann auch gleich die Gelegenheit nutzen, die Arbeitsmaterialien eures Kinds zu kontrollieren. Eventuell fehlt ein Tintenkiller, ein Bleistift, ein Radiergummi oder das Lineal liegt in zwei Teilen in der Federtasche, und der Anspitzer ist möglicherweise auf Wanderschaft gegangen. In solchen Fällen kann am Samstag für Ersatz gesorgt werden und ihr erspart eurem Kind Stresssituationen in der Schule, weil es mit unvollständigen Utensilien im Unterricht sitzt.

Tolle Tipps, aber: Mein Kind lässt weiterhin aufräumen

Ziel der oben genannten Tipps ist es, das Kind zum Ordnung einhalten zu erziehen. In der Theorie lesen sich derartige Anregungen immer leicht – die Realität ist jedoch eine andere. Ein Blick in viele Kinderzimmer dürfte dies bestätigen. Was also tun? Diplom-Psychologin Dr. Veronika Voss riet in einem Gespräch mit Familie.de zunächst einmal zu Konsequenz. Das heißt: Räumt dein Kind trotz vieler gemeinsamer Aufräumtätigkeiten seinen Schreibtisch und das im Zimmer umherliegende Spielzeug auch nicht nach mehrfachen Bitten auf, hältst du trotzdem die Finger still. „Das Kind muss Aufräumen jetzt als seine eigene Sache begreifen“, sagt Voss auf Familie.de. Für dich als Mutter oder Vater heißt das: Nimm dich zurück und lass es dein Kind selbst machen. Voss‘ Tipp: „Wir hatten doch vereinbart, dass du heute aufräumst.“ Oder auch: „Ich bin eben fast auf die Kassette getreten, heb sie lieber auf, bevor sie kaputtgeht.“ Mit Geduld und Disziplin wird der Schreibtisch zu dem was er sein soll: der Arbeitsplatz um fürs Leben zu lernen.

Foto: Zsolnai Gergely – Fotolia.com

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