Revolution in der Autoindustrie? Autos aus dem 3D-Drucker

Yellow Ink sitzt im roten AutoWas man nicht alles mit einem 3D-Drucker entwerfen und ausrucken kann. Jetzt könnte die revolutionäre Technik vielleicht sogar die Automobilindustrie, im wahrsten Sinne des Wortes, nachhaltig verändern. Amerikanische Ingenieure haben bereits das erste Auto per 3D-Drucker hergestellt. Anstelle von schwerem Blechkleid sind jetzt Leichtbau und Kunststoffdesign Trumpf. Diese Art der Herstellung schont nicht nur die Umwelt, sondern bietet auch völlig neue Möglichkeiten für Kleinserien-Hersteller von Automobilen.

Alles begann mit einem Traum

Jim Kor, seines Zeichens amerikanischer Ingenieur, wollte sich den Traum von einem eigenen Auto verwirklichen. Zusammen mit den Kollegen seiner kanadischen Firma Kor Eco-Logic begann er ein Fahrzeug zu entwickeln, dass nicht nur besonders sparsam sein sollte, sondern in der Herstellung auch nachhaltig und umweltfreundlich. Das Ergebnis war verblüffend: Kor ließ fast alle Bauteile von Industrie-3D-Druckern herstellen und verwendete dabei den Kunststoff ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat). Nach 2.500 Druckstunden war sein Traum Wirklichkeit: Der „Urbee 2“ – ein Ufo-artiges Hybridauto – war geboren. Lediglich der verbaute Verbrennungsmotor und der Fahrzeugrahmen sowie ein paar Kleinteile stammten nicht aus dem 3D-Drucker.

Die Zukunft der Automobilherstellung?

Das Pilot-Projekt hat zwar für viel Aufsehen gesorgt, an eine Umsetzung in der Großserienfertigung ist aber noch nicht zu denken. Der Aufwand und die Kosten für die Herstellung eines Fahrzeugs per 3D-Druck-Verfahren sind, gemessen an der herkömmlichen Fahrzeugherstellung, noch vergleichsweise hoch. Das Ergebnis eignet sich daher eher für Kleinserienhersteller, beispielsweise von Elektrofahrzeugen, als für die Großserie. Vorstellbar ist aber, dass in Zukunft zumindest Teilegruppen im 3D-Drucker entstehen könnten. Inzwischen können verschiedene Kunststoffarten in den hochmodernen Druckern miteinander verbunden werden, was völlig neue Potenziale eröffnet.

In den USA und in China wird derzeit sogar daran gearbeitet, mit Hilfe von 3D-Druckern und einem speziellen Gemisch aus Sand und Bindemitteln, ganze Häuser herzustellen.
Da die Forschung in diesem Bereich aber streng genommen immer noch in den Kinderschuhen steckt, wird die Zukunft zeigen, welche Werkstoffe noch zur Verwendung und Herstellung durch 3D-Drucker verwendet werden können.

Das nächste Projekt steht in den Startlöchern

Der „Urbee 2“ war nur der Anfang. Derzeit plant das US-Start-up Local Motors aus Arizona, innerhalb von nur vier Monaten, ebenfalls ein Auto mit Hilfe des 3D-Druckverfahrens herzustellen. Innerhalb dieser vier Monate soll aber nicht nur die Herstellung, sondern der gesamte Entwicklungsprozess vom Design bis zum fertigen Fahrzeug abgewickelt werden. Ziel der Aktion ist es vor allem zu zeigen, dass die herkömmliche und langwierige Fahrzeugproduktion, wie wir sie heute kennen, in Zukunft ausgedient hat und durch neue Methoden ersetzt wird.

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