Das Vorstellungs­gespräch – Teil 4

Personalerin und Bewerber beim VorstellungsgesprächIn den vergangenen Teilen unserer Reihe „das Vorstellungsgespräch“ haben wir über die Vorbereitung, die passende Kleidung und deine Körpersprache gesprochen. Nun geht es aber ans Eingemachte: (fiese) Fragen vom Personaler bzw. vom Arbeitgeber in spe.


Ein guter Einstieg

Ein fester Händedruck, ein nettes Lächeln, die Frage nach dem Wohlbefinden, und ob ein Getränk gewünscht ist; alle Vorstellungsgespräche beginnen hier ähnlich. Danach kommt zumeist der obligatorische Satz: „Herr X/ Frau Y, nun stellen Sie sich doch kurz mal vor.“ Deine Antwort sollte sich nun auf keinen Fall auswendig gelernt anhören, sie sollte jedoch sitzen und nicht länger als zwei Minuten dauern. Beinhalten sollte sie folgende Punkte: Was machst du zurzeit, und welche jobrelevante Berufserfahrung konntest du bereits sammeln? Darüber hinaus solltest du Antworten auf die folgenden Fragen habe:

  1. Warum hast du dich auf die ausgeschriebene Stelle beworben?
  2. Was interessiert dich an dem Unternehmen?
  3. Welche Qualifikationen kannst du einbringen?
  4. Wo siehst du deine Stärken? Wo siehst du deine Schwächen? Aber aufgepasst: Schwächen sollten zwar ernst gemeint sein, jedoch solltest du im selben Zusammenhang eine Möglichkeit anbieten, diese Schwäche anzugehen. Ist dein Englisch zum Beispiel ein wenig eingerostet? Erkundige dich im Vorstellungsgespräch, ob es möglich ist, einen Sprachkurs im Unternehmen zu besuchen.
  5. Berichte von einem beruflichen Erfolgserlebnis bzw. von einer Niederlage. Auch hier ist es wichtig, dass du aus der vermeintlichen Niederlage etwas gelernt hast und so zukünftige Fehler vermeidest.
  6. Selbstverständlich solltest du dich auch nicht nur auf persönliche, sondern auch auf fachliche Fragen vorbereiten.

Nun wird es heikel

Neben den traditionellen Fragen kommt es während eines Vorstellungsgesprächs jedoch bestimmt zu der ein oder anderen „gemeinen“ Frage. Hierbei gibt es zumeist nicht die eine richtige Antwort. Personaler möchten vielmehr herausfinden, wie du auf unerwartete Fragen reagierst und ob du damit souverän umgehen kannst. Daher ist es immer wichtig, tief durchzuatmen, vielleicht einen Schluck Wasser zu trinken, und dann ruhig und nicht zu schnell zu antworten. Mögliche Fragen könnten die folgenden sein:

  1. Welche Soft Skills fehlen Ihnen? Hier geht es nicht um Selbstgeißelung, sondern um Fremd- und Eigenwahrnehmung. Sei ehrlich zu dir selbst und biete deinem Arbeitgeber in spe immer einen Lösungsansatz für dein „Problem“ an. Ein selbstbewusstes „Ich habe keine Fehler!“ wird hier nicht funktionieren.
  2. Wenn Sie das Unternehmen wieder verlassen – was sollte von Ihnen in Erinnerung bleiben? Vertrauenswürdig, engagiert, nett? Alles schön und gut, hierbei geht es jedoch um deine kurz- und langfristigen Ziele für das Unternehmen. Sind diese skizziert, kannst du auch noch kollegial und sympathisch nennen.
  3. Wann und warum haben Sie das letzte Mal eine direkte Order Ihres Vorgesetzten missachtet? Hier solltest du ehrlich sein – denn wer hat noch nie irgendwelche Regeln gebrochen? Es ist aber wichtig aufzuzeigen, dass du nicht einfach ein Nörgler, Besserwisser und notorisch aufsässig bist. Erkläre deine Entscheidung und führe vor Augen, dass dein Vorgehen zum Wohl des Unternehmens und/oder des Teams war.

Ein Vorstellungsgespräch ist eine besondere Situation, die anstrengend ist und volle Konzentration fordert. Du solltest jedoch immer im Hinterkopf behalten, dass deine Interviewpartner dir nichts Böses wollen. Sie haben dich zu einem Gespräch eingeladen, um dich kennenzulernen, dir ein wenig auf den Zahn zu fühlen und dich letztendlich (vielleicht) für ihr Unternehmen zu gewinnen – daher gilt: Ruhe bewahren, freundlich bleiben und nach bestem Wissen und Gewissen antworten.

Foto: Thinkstock, iStock, monkeybusinessimages

Tags: , ,