3D-Drucktechnologie in der Medizin – Gedruckte Haut

vernarbte HaendeSchmuck, Schuhe und ein ganzes Haus. Mittlerweile kann man sich ruckzuck seinen halben Haushalt aus dem 3D-Drucker zaubern. Doch nun geht es noch einen Schritt weiter: Aus Zellkügelchen wird neue Haut gedruckt – diese Ideen stammen nicht aus einer US-amerikanischen Arztserie. Rund um die Welt beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Möglichkeit, den 3D-Druck für die Medizin zu nutzen.

Haut aus dem 3D-Drucker

Diese Entwicklung könnte besonders für Verbrennungsopfer eine Erlösung sein. Werden heute Hauttransplantationen benötigt, so müssen diese aus der gesunden Haut des Patienten entnommen werden. Eine schmerzhafte und sehr aufwendige Prozedur. Der Medizinischen Hochschule Hannover ist nun ein Durchbruch gelungen: Haut aus dem 3D-Drucker. Dafür wird dem Patienten ein kleines Stück Haut entnommen, das anschließend sehr klein geschnitten wird, um an bestimmte Zelltypen zu kommen: Keratinozyten und Fibroblasten, die Hauptzelltypen, werden benötigt, um ein Hautkonstrukt zu züchten.

Zellkügelchen als „Farbpigmente“

Nach einer aufwendigen Prozedur liegen die Zellkügelchen frei – der wichtigste Teil für den „Haut-Druck“. Die Zellkügelchen sind im Grunde wie die Farbpigmente in der Tinte. Sie werden mit einer Flüssigkeit vermischt und dann als Schicht auf einen Glasträger angebracht. Nun sind die Hautzellen im Gel eingebettet und werden somit mitgedruckt. Jetzt kann der tatsächliche Druck beginnen! Dabei schießt ein Laser mit Hochdruck auf die besagte Glasplatte. Die Zellkügelchen lösen sich und werden auf eine weitere, darunterliegende Glasplatte gefeuert. Am Ende der Prozedur liegt den Wissenschaftlern ein dreidimensionales Muster der neuen Haut vor, das jetzt noch reifen muss.

Es fehlen Pigmente und Haarzellen

Der Reifeprozess der gedruckten Haut dauert rund zwei Wochen. Ist dieser abgeschlossen, liegt tatsächlich lebende Haut vor! Noch fehlen Pigmente und Haarzellen, aber theoretisch könnte die Haut nun transplantiert werden. Da die künstliche Haut in Deutschland jedoch in der Praxis noch nicht zugelassen ist, müssen sich Patienten noch etwas gedulden.

Bild: Axel Bueckert, Fotolia

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