Zurück im Büro, der Wiedereinstieg nach der Elternzeit – Das solltet ihr wissen

Zurück im Büro, der Wiedereinstieg nach der Elternzeit – Das solltet ihr wissenDie Geburt des ersten Kindes bedeutet den Beginn einer neuen Lebensphase. Es verändert sich nicht nur die private, sondern gerade auch die berufliche Situation. Die junge Mutter fällt längere Zeit aus, um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Und danach sind viele Mütter nur noch in Teilzeit tätig. Aber auch der junge Vater hat die Möglichkeit, sich im Rahmen der Elternzeit um den Nachwuchs zu kümmern – und das ohne sich Sorgen über den Kontostand machen zu müssen. Auch wenn gerade für karrierebewusste Männer immer noch undenkbar ist: Inzwischen nimmt jeder vierte junge Vater dieses Angebot an.

Diese Tipps solltet ihr für die Elternzeit berücksichtigen

  • Jedem, dessen Kind jünger ist als drei Jahre, steht Erziehungsurlaub zu. Für jedes Kind kann dieser maximal drei Jahre dauern. Die Zeit können die Eltern unter sich aufteilen.
  • Während der Auszeit haben die Eltern Anspruch auf Kindergeld: 67 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens des erziehenden Elternteils, maximal allerdings 1.800 Euro netto.
    Wird innerhalb von zwei Jahren ein weiteres Kind geboren, fällt zusätzlich der Geschwisterbonus an. Er beträgt meist zehn Prozent des Elterngelds.
    Der Elterngeldanspruch beträgt ein Jahr. 14 Monate sind es bei Paaren, die sich die Elternzeit teilen oder Alleinerziehenden.

Bedingungen und Steuern des Elterngelds

  • Das Elterngeld wird unversteuert dem Einkommen hinzugerechnet und bestimmt so die Höhe des individuellen Steuersatzes. Besserverdiener können die Länge der Elternzeit des jeweiligen Partners demnach auch nach steuerlichen Erwägungen planen.
  • Mindestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit muss der Antrag vorliegen. Die Schwangere und ihr Partner (wenn dieser Elternzeit machen möchte) müssen ihrem Arbeitgeber auch mitteilen, in welchen Zeitraum innerhalb von zwei Jahren die Elternzeit geplant ist.
  • Bis zu 30 Wochenstunden dürfen die Eltern in einem anderen Job arbeiten. Der Arbeitgeber muss allerdings zustimmen.

Zurück in den Beruf

Um nach der Schwangerschaft und folgender Elternzeit wieder im Beruf durchstarten zu können, sollten junge Mütter den Draht zu ihrer Firma nicht komplett verlieren. „Halten Sie Kontakt“, so empfiehlt es auch Susanne Dreas, die in der Hamburger Koordinierungsstelle Worklife Eltern zum Thema Wiedereinstieg berät. Dreas weiter: „Frauen sollten früh signalisieren, dass sie in ihren Job zurückwollen, und sich während der Elternzeit regelmäßig melden.“ Wer einen Schritt weitergehen wolle, könne sich als Urlaubs- oder Krankheitsvertretung betätigen und an Meetings teilnehmen. So bliebe man auf dem Laufenden.
Damit der Wiedereinstieg und die damit verbundene Gratwanderung zwischen Familie und Arbeit klappt, ist ein gutes Betreuungsnetzwerk wichtig. Die Großeltern können ein guter Stützpfeiler und auch Hilfe in der Not sein. Aber auch flexible Arbeitszeiten sind wichtig. Das gilt beispielweise vor allem dann, wenn das Kind krank aus dem Kindergarten, der Kita oder Schule abgeholt werden muss oder ein Elternteil das Kind während einer Krankheit zu Hause betreuen muss.
Aber nicht nur die äußeren Umstände müssen gut geplant werden, auch die eigenen Ansprüche sind zu berücksichtigen. Die jungen Eltern müssen sich darauf einstellen, dass die Art, wie sie vorher gearbeitet und ihr Leben gelebt haben, der Vergangenheit angehört. Alles wird sich verändern, perfekte und detaillierte Planung ist so leicht nicht mehr möglich. Aber es gibt Unterstützung, zum Beispiel ehrenamtliche Leihgroßeltern, also alte Menschen, die durch ihren freiwilligen Einsatz junge Eltern entlasten und gleichzeitig spüren, dass sie noch gebraucht werden.

Lasst euch also nicht entmutigen und sucht euch, wenn nötig, entsprechend Unterstützung. tinte24 wünscht viel Spaß mit dem Nachwuchs!

Foto: Thinkstock, iStock, monkeybusinessimages

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