Supersportwagen aus dem 3D-Drucker


Mal ehrlich, wer von euch hat noch nicht davon geträumt, einmal mit einem schicken Sportwagen über die Autobahn flitzen zu können? Diesem Traum steht meistens die Realität im Wege, denn wer kann sich schon einen Supersportler wie den Lamborghini Gallardo (Listenpreis ca. 190.000 Euro) oder gar den Bugatti Veyron (2,3 Millionen Euro) leisten? Dieses Problem könnte vielleicht in (ferner) Zukunft der Vergangenheit angehören, wenn man sich seinen Sportflitzer einfach ausdrucken kann. Doch bis dahin ist es wohl noch ein langer Weg. Dennoch spielt 3D-Druck in der Automobilbranche eine wichtige Rolle. Welche Hersteller jetzt schon von dieser Technologie Gebrauch machen, stellen wir euch im Folgenden vor.

Leichtbau aus dem Drucker

Von null auf hundert in unter drei Sekunden – das ist eine Ansage. Der Supersportwagen, der das schafft, heißt passenderweise BEAST und wird vom amerikanischen Automobilbauer Rezvani hergestellt. Der Wagen wiegt nur 704 kg, daher ist es für den 500 PS starken Motor kein Problem, diesen Wahnsinnssprint hinzulegen.

Das niedrige Gewicht ist der Leichtbauweise geschuldet, die mit einem 3D-Drucker ermöglicht wurde. Dank des 3D-Drucks können die einzelnen Bauteile ganz individuell angepasst werden. Ein Großteil der Karosserie besteht aus Carbon. Die Grundform des BEAST wird mit dem 3D-Drucker hergestellt und bis ins kleinste Detail geschliffen. Anschließend wird diese Form mit Carbon überzogen. Bei jedem Schritt wird überprüft, ob der Wagen noch irgendwo optimiert werden kann. Bei Bedarf werden weitere Modellteile ausgedruckt. Der Herstellungsprozess dauert etwa 1.000 bis 1.500 Mannstunden, verteilt über fünf bis sechs Monate.

Den BEAST gibt es ab einem Startpreis von 139.000 US-Dollar (ca. 101.000 Euro) – nach oben ist die Skala offen. Im Preis inbegriffen ist ein eintägiges Fahrtraining, die 500 PS wollen schließlich beherrscht werden.

Sportlicher Schwedenhappen

Die Fahrzeuge des schwedischen Autobauers Koenigsegg zählen zu den teuersten Vehikeln der Welt. Das Flaggschiff des Unternehmens – der Koenigsegg Agera – kostet in der Serienausstattung bereits 1,2 Millionen Euro. Zum 20-jährigen Jubiläum hat Koenigsegg jetzt eine Neuauflage des Supersportlers präsentiert: den Agera One:1, der mit Hilfe von 3D-Druck produziert wurde.

Der One:1 hat seinen Namen dem Verhältnis von Gewicht und PS-Zahl zu verdanken: Der Wagen wiegt 1360 Kilo und besitzt 1360 Pferdestärken – das entspricht dem Verhältnis 1:1 (One:1). Dank dieses Kraftverhältnisses erreicht der Supersportler eine Spitzengeschwindigkeit von 440 km/h – innerhalb von 20 Sekunden gelingt der Spurt von 0 auf 400 km/h.

Für die Entwicklung wurden ein 3D-Drucker und ein 3D-Scanner eingesetzt. So wurden beispielsweise die entworfenen Pedale ausgedruckt und im Auto getestet. Dann wurden sie von Hand angepasst und anschließend mit dem 3D-Scanner wieder eingescannt. Dadurch konnten sie dann für die weitere Verarbeitung genutzt werden. Das gleiche Verfahren wurde auch bei anderen Bauteilen des Autos angewendet.

Der Agera One:1 ist auf sechs Fahrzeuge limitiert und kostet rund zwei Millionen Euro.
Foto von Eduardo Parise / eduparise [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

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