Mit dem Smartphone zum Forscher werden: Mikroskop aus dem 3D-Drucker

Mit dem Smartphone zum Forscher werden: Mikroskop aus dem 3D-DruckerEin handelsübliches Mikroskop kann schnell ins Geld gehen. Dieses Problem haben auch die Forscher des amerikanischen Pacific Northwest National Laboratory erkannt und prompt eine Lösung entwickelt: das Smartphone-Mikroskop aus dem 3D-Drucker, das gerade einmal 1 US-Dollar kostet. Wie das funktioniert und was ihr dafür braucht erfahrt ihr heute im tinte24-Magazin.

Alles was man für die 3D-Mikroskope braucht, sind ein 3D-Drucker bzw. Zugang zu einem solchen Drucker, eine Glaslinse und ein Smartphone. Die Datei, mit der das Mikroskop ausgedruckt werden kann, haben die Forscher kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt: http://availabletechnologies.pnnl.gov. Außerdem gibt es dort auch eine detaillierte Anleitung für den Zusammenbau.

Funktionstüchtiges Mikroskop für weniger als 1 Dollar

Die reinen Herstellungskosten belaufen sich auf weniger als 1 US-Dollar. Dabei sind allerdings die Kosten für den 3D-Drucker nicht mit eingerechnet. Doch in immer mehr Städten in Deutschland und Österreich kann man in öffentlichen Bibliotheken entweder gratis oder für ein geringes Entgelt eigene Entwürfe ausdrucken lassen. Somit kann sich also jeder Interessierte sein eigenes Mikroskop ausdrucken. Nach dem Druck wird das Mikroskop über die Kamera des Smartphones oder Tablets geschoben und schon kann die Entdeckungstour beginnen.

Salzkristalle und Blutproben erforschen

In der Basisversion erreicht das Mikroskop den Vergrößerungsfaktor 100. Wer noch detailliertere Auflösungen benötigt, kann mit der Version für Fortgeschrittene auch um den Faktor 350 und 1.000 vergrößern. Mit der 350-fachen Vergrößerung kann man zum Beispiel Blutproben auf Parasiten oder Amöben im Trinkwasser untersuchen.

Für kleine Hobbyforscher reicht die 100-fache Vergrößerung sicher schon aus. Damit können Kinder (und natürlich auch alle anderen Interessierten) beispielsweise Salzkristalle oder Blütenpollen erforschen. Außerdem eignet sich diese Basisversion sehr gut, um sich mit dem Mikroskop vertraut zu machen.

In diesem Video stellen die Forscher ihr Projekt näher vor:

Besonders interessant dürfte dieses Smartphone-Mikroskop wohl für Schulen sein, die damit Experimente durchführen. Für echte Forschungsarbeit dürften nach wie vor die herkömmlichen Mikroskope die einzige praktikable Option sein. Doch dank der Herstellungskosten von nur einem Dollar dürften sich aber auch Hobbywissenschaftler oder -bastler über diese kostengünstige Möglichkeit freuen, an ein Mikroskop zu gelangen.

Einfach ausdrucken, auf das Smartphone oder Tablet aufstecken und los geht’s. Also, worauf wartet ihr?

Foto: luchschen_shutter – Fotolia.com

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