Der Weltraumdrucker: So stellen die Astronauten der ISS zukünftig Ersatzteile her

    Der Weltraumdrucker: So stellen die Astronauten der ISS zukünftig Ersatzteile her„Made in Space“ – diesen Aufdruck trägt die Kunststoffplatte, die NASA-Ingenieure als ersten Probedruck mit dem neuen 3D-Drucker auf der Internationalen Raumstation ISS hergestellt haben. Seit dem 17. November ist der „Zero-G“ auf der ISS installiert – und soll dort in Zukunft dauerhaft als Ersatzteile-Lieferant dienen. Die Geschichte des Weltraumdruckers:

    Erster Druckversuch in der Schwerelosigkeit erfolgreich

    Bereits im September wurde der vom US-Start-up „Made in Space“ entwickelte 3D-Drucker „Zero-G“ mit der Raumkapsel „Cygnus“ ins All geschossen. Seine Mission: „Radikal die Art ändern, wie wir den Raum erkunden“, so heißt es zumindest selbstbewusst auf der Seite des Start-ups, dass 2010 von Raumfahrt-Veteranen, 3D-Druck-Experten sowie jungen Unternehmern gegründet wurde. Kurz gesagt sollen mit dem Zero-G zukünftig alle benötigten Ersatzteile und Gegenstände direkt auf der ISS hergestellt werden – ein enormer Vorteil gegenüber den bisherigen Missionen, für die die gesamte Ausrüstung auf der Erde produziert und ins All geschossen wurde. Rund zwei Monate nach der Ankunft des 3D-Druckers auf der ISS wurde der Zero-G vom Leiter der 42. ISS-Expedition, Barry „Butch“ Wilmore, erfolgreich in der Schwerelosigkeit installiert und einige Tage später auch getestet. Ergebnis dieses ersten Testdrucks war eine Kunststoffplatte mit der Prägung „Made in Space“ und „NASA“, die am Gehäuse des 3D-Druckers befestigt wurde.

    Ein Schritt in die Zukunft und eine Überraschung

    Und auch wenn diese Platte auf den ersten Blick eher unspektakulär erscheint, ist sie doch ein erster Beweis dafür, dass der 3D-Druck ein wichtiger und erfolgreicher Schritt für die weitere Eroberung des Weltalls sein wird. Gedruckt wurde die Platte, um zu zeigen, dass der 3D-Drucker Ersatzteile für sich selbst herstellen kann – zukünftig vor allem darum wichtig, „damit er bei längeren Reisen zum Mars oder einem Asteroiden weiterarbeiten kann“, so Niki Werkheiser, NASA-Projektleiterin für den 3D-Drucker auf der ISS. Dabei nutzt der Zero-G das Verfahren der Schmelzschichtung: Die Gegenstände werden aus einem Kunststoffdraht aufgebaut, der geschmolzen und durch eine Düse gedrückt wird. Die Grundlage für den Zero-G bildete ein herkömmlicher Desktop-3D-Drucker, den Made in Space für den Einsatz im All modifiziert hat. „Wir haben ein System entwickelt, das unabhängig von dem Gravitationsfeld, in dem es druckt, funktioniert“, so der Marketingchef von Made in Space, Grant Lowers. Eine Überraschung gab es beim Testdruck dann aber doch: Das Schild haftet deutlich fester an der Platte als erwartet. Dies lässt darauf schließen, dass sich einzelne Kunststofflagen in der Schwerelosigkeit anders als auf der Erde verbinden – genaueren Aufschluss darüber sollen weitere Tests bringen.

    Genaue Analyse folgt auf der Erde

    Die Analyse der ersten im All gedruckten Teile folgt dann 2015 – dann sollen sie gemeinsam mit den Astronauten der 42. ISS-Expedition auf die Erde zurückkehren. Die NASA will diese Teile mit den Gegenstücken vergleichen, die während Hunderter Test-Parabelflüge auf der Erde mit einem baugleichen Drucker entstanden.

    Foto: Thinkstock, iStock, 3DSculptor

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