Der handschriftliche Brief – Schreiben mit Gefühl

    Der handschriftliche Brief – Schreiben mit GefühlWann habt ihr euren letzten handschriftlichen Brief verfasst? Wann habt ihr den Briefkasten geöffnet und voller Freude ein paar persönliche Zeilen gelesen? Ist es schon lange her? Dann greift schnell zum Füller und zum Briefpapier!

    Schreiben – Für die Liebe

    „Ich sitz einfach hier, ohne einen leisen Hauch zu wissen, was passiert. Und ich schreibe dir. Ich denke mir nichts aus, nur nach, wie ich es formulier.“ Mit Poesie für die Ohren macht uns Clueso in seinem Lied „Schreibe dir“ deutlich, wie wichtig der persönliche Brief ist – besonders in Liebessachen. Und hierbei sollte auf keinen Fall auf die E-Mail zurückgegriffen werden, nur handschriftliche Liebesbriefe treffen tatsächlich den richtigen Ton. Denn nichts ist aufregender, persönlicher und verursacht mehr Schmetterlinge im Bauch, als einen handschriftlichen Brief von seinem Geliebten zu bekommen. Man bildet sich ein, dass der Brief nach der Geliebten duftet. Man sieht, wie die Person den eigenen Vornamen schreibt, wo sie mit dem Füller innegehalten hat, um die richtigen Worte zu finden. Der Leser erkennt, wo etwas vielleicht durchgestrichen und nachträglich hinzugefügt wurde – der Liebesbrief auf Papier ist somit viel mehr als nur die Worte die er beinhaltet.

    Die Briefkultur – Verdrängt durch die virtuelle Kommunikation

    Bei unseren Großeltern und Eltern stellte sich gar nicht die Frage, ob E-Mail oder Papier. Sollte ein Brief verfasst werden, so wurde dies handschriftlich gemacht. Bis Mitte der Neunzigerjahre war als Geburtstagsgeschenk auch immer wieder ein Briefpapier-Set gern gesehen, mit hübschem Druck und passenden Briefumschlägen. Mit der Verbreitung der E-Mail, der SMS, WhatsApp und den Sozialen Netzwerken ist der traditionelle Briefwechsel jedoch merklich zurückgegangen – leider. Auch haben die Wortwahl, der Satzbau und die Genauigkeit gelitten: E-Mails werden schnell verfasst und noch schneller versendet. Schlecht formulierte elektronische Post findet tagtäglich ihren Weg in unseren virtuellen Briefkasten.

    Briefe – „dauernde Spuren eines Daseins“

    Wer heute ins Museum geht, der trifft nicht selten auf handschriftliche Briefe als Ausstellungsstücke. Briefe von van Gogh und anderen Künstlern, von Familien aus der NS-Zeit, sonnige Grüße aus dem ersten Urlaub in Italien. Denn wie bereits Goethe erkannte, sind Briefe „dauernde Spuren eines Daseins“ und „Blätter für die Nachwelt“ – ob das die E-Mail schaffen wird, sei dahingestellt.

    Prindo - für mehr Ausdruck