3D-Drucken zum Ausprobieren

3D-Druck ist zweifelsohne eine faszinierende Technik. Aber (noch) ist es eben auch eine teure Technik: Die Drucker selbst kosten mindestens 500 Euro, und auch solche im Vergleich preiswerten Geräte rechnen sich erst ab circa zehn selbst gefertigten Werkstücken im Monat. Wer einmal einen eigenen dreidimensionalen Druck in den Händen halten möchte, ohne groß in die Tasche zu greifen, kann einen Internet-Druckdienstleister in Anspruch nehmen. Und wer selbst Hand anlegen möchte, besucht ein sogenanntes FabLab.

Designer, Architekten, Ärzte, Forscher: 3D-Drucke gewinnen für eine wachsende Zahl von Berufsfeldern an Bedeutung. Daneben füttern Hobby-Designer rund um die Uhr freie 3D-Objektdatenbanken wie Thingiverse mit druckbaren Modeaccessoires oder Kunstobjekten. 3D-Druck bietet aber natürlich auch einen handfesten praktischen Nutzen. Zerbricht beispielsweise eine Rolle am Fuß eines liebgewonnen Computersessels, konnte man früher entweder ein Buch unter das Kreuz schieben oder gleich einen neuen Stuhl kaufen. Nun lässt sich eine solche Rolle am PC konstruieren und bei einem 3D-Druckdienst in Auftrag geben – viel günstiger als eine Neuanschaffung. Bekannte 3D-Dienstleister für jedermann sind unter anderem Fabberhouse, Sculpteo, Shapeways und i.materialise.

Andere Anbieter sprechen eher einen speziellen Kundenkreis an: Bei Makeyourproduct und Quality-3D-Print etwa können Architekten und Schmuck- beziehungsweise Industriedesigner dreidimensionale Prototypen ihrer Entwürfe bestellen. Das Prinzip ist bei allen Anbietern gleich: Der Kunde lädt ein eigenes 3D-Modell auf der Anbieterseite hoch und der druckt es dann dreidimensional aus. Um selbst eine brauchbare 3D-Druckvorlage zu konstruieren, braucht man aber weder ein teures CAD-Programm noch eine technische Ausbildung – eine kostenlose Software wie „Google SketchUp“, „Creo Elements/Direct Modeling Personal Edition“ oder „Wings 3D“ genügt völlig.

Oft kann eine solche Software auch direkt von der Internetseite des Druckunternehmens heruntergeladen werden. Einige Dienstleister bieten auch 3D-Vorlagen an, die sich nach eigenen Vorstellungen anpassen lassen. In der Regel überprüft der Anbieter die eingereichten 3D-Modelle auf Fehler, bevor er die Bestellung annimmt. Die Objekte lassen sich in verschiedenen Größen bestellen – dabei reicht die Palette von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern Länge. Diese Obergrenzen richten sich nach Druckertyp und -verfahren sowie dem ausgewählten Material. Bei fabberhouse ist beispielsweise schon bei gut 25 x 25 x 30 cm Schluss, während bei i.materialise Objekte bis zu einer Länge von 2,10 Meter bestellt werden können.

Die Werkstücke, die man bei Sculpteo und Shapeways bestellen kann, liegen größenmäßig in der Mitte dieser Extremwerte. Außerdem stehen verschieden beschaffene Materialien zur Auswahl – einfarbig und glatt oder mehrfarbig und mit Texturen versehen. Die Preise variieren natürlich dementsprechend auch, rund 20 Euro muss man allerdings auch schon für kleine 3D-Drucke einkalkulieren. Ebenso achten muss man auf Mindestwandstärken und Mindestspaltmaße, damit bewegliche Teile im Druck nicht versehentlich miteinander verbacken werden. Zudem lassen sich aus manchen Materialien überhaupt keine beweglichen Konstruktionen herstellen.

Wer selbst einen 3D-Druck anfertigen möchte, besucht ein sogenanntes FabLab (kurz für „fabrication laboratory“). Hier können Privatpersonen Einzelstücke mithilfe industrieller Produktionsverfahren herstellen. Neil Gershenfeld vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) eröffnete 2002 die erste derartige Werkstatt. Inzwischen ist daraus eine weltweite Bewegung geworden, deren Ziel es ist, neue Technologien greifbarer und nachvollziehbarer zu machen.

In Deutschland gibt es bisher acht FabLabs: Aachen: RWTH Universität Aachen Lehrstuhl Informatik 10 Ahornstraße 55 52074 Aachen hci.rwth-aachen.de/fablab Berlin: Prinzessinnenstraße 19-20 10969 Berlin www.opendesigncity.de Düsseldorf: Bilker Allee 217 40215 Düsseldorf www.garagebilk.de/garagelab Erlangen: Universität Erlangen-Nürnberg Technische Fakultät Erwin-Rommel-Str. 60 Raum U1.239 91058 Erlangen www.fablab.fau.de Hamburg: Sternstr. 2 20359 Hamburg www.fablab-hamburg.org Köln: Deutz-Mülheimer-Str. 129 51063 Köln www.dingfabrik.de München: Elvirastraße 11 80636 München www.fablab-muenchen.de Nürnberg: Halle 14, Auf AEG Muggenhofer Straße 141 90429 Nürnberg www.fablab-nuernberg.de

 

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